Ahlen. „Kinder mit
Migrationshintergrund haben nachweislich schlechtere Chancen trotz
gleicher Begabung.“ Petra Braach, Leiterin der Diesterwegschule, weiß
aus eigener Erfahrung, mit welchen Widrigkeiten schon ihre Grundschüler
zu kämpfen haben. Ihr Amtskollege von der Freiligrathschule, Reinhardt
Böhm, schiebt den europäischen Ländervergleich hinterher und wird
politisch: „Migranten haben besonders in Deutschland schlechte
Bildungschancen und ich finde, dieses Land kann es sich nicht leisten,
solche Ressourcen zu vernachlässigen.“
Zeit also, dass die „Sprachpaten“ aktiv werden. Das Projekt im
„Sinn“-Netzwerk wendet sich an ältere Damen und Herren, die
Grundschülern bei der Sprachbildung helfen wollen, an Senioren, die in
die Schulen kommen, im Rahmen der Offenen Ganztagsschule mit den
Kindern spielen, sie bei den Hausaufgaben unterstützen oder gar im
regulären Unterricht einzelnen Kindern helfend zur Seite stehen. Dabei
betont Ulla Woltering, Leiterin der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“,
„dass das alles ganz kleinteilig ist“. Soll heißen, die „Sprachpaten“
betreuen nur einzelne Kinder etwa eine Stunde in der Woche und immer im
Beisein einer Lehrerin oder anderen pädagogischen Kraft. Und die
Zeiteinteilung bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit ist frei.
